M.Wilhelm
Dass ich ausgerechnet im großen Jubiläumsjahr fest ans Ludwigsgymnasium „berufen“ würde - wer hätte das gedacht?
Als ich 2001 hier (und am Otto-Hahn-Gymnasium) meine Ausbildung für Latein und Deutsch begann, rechnete ich jedenfalls noch nicht damit. Im Gegenteil: Mit zwei alten Sprachen (neben Latein auch Griechisch) schien es zunächst nicht einmal sicher, überhaupt im Saarland eine Stelle zu bekommen, geschweige denn in meinem Wohnort Saarbrücken. Dass ich dann sogar gleich nach dem Referendariat am Ludwigsgymnasium eingestellt wurde, zunächst mit einer halben, seit diesem Schuljahr mit einer ganzen Stelle - was für ein Glücksfall!
Als ich nach dem Abitur 1993 anfing, hier in Saarbrücken zunächst Latein und Deutsch, dann auch Katholische Theologie und Griechisch zu studieren, machte ich mir über derartig praktische Fragen noch wenig Gedanken. Auch ein „Auslandsjahr“ im bayrischen Regensburg war weniger dazu gedacht, mich schon einmal an ein Leben in anderen Bundesländern zu gewöhnen, als vielmehr dazu, nicht als typisch saarländischer Nesthocker zu gelten - im übrigen eine Entscheidung, die ich nie bereut habe: Meine anfängliche Skepsis gegenüber bärbeißigen, gamsbarttragenden Lederhosenverfechtern schlug schnell in Sympathie um, und Regensburg mit meinen (im übrigen jeansfreundlichen) Freunden statte ich nach wie vor regelmäßig einen Besuch ab.
Doch wie bei einer Saarländerin nicht anders zu erwarten, zog es auch mich wieder zurück zum Sankt Johanner Markt, Nauwieser Viertel und nicht zuletzt zu einem lustigen Häufchen Altphilologen, darunter auch meinem Freund. Wenn die Schule mir Freizeit lässt, sieht man mich daher nicht selten in solcher Gesellschaft bei einem Wein oder Kaffee dort sitzen bzw. die Zutaten für ein geselliges Kochen in unserer großen Wohnküche einkaufen.