Darstellendes Spiel (DS) als Schulfach gibt es erst seit dem letzten Schuljahr ( Klassenstufe 10), in diesem Schuljahr wird das Fach auch in den Klassenstufen 11 und 12 angeboten, das heißt, alle Kursteilnehmer sind echte Pioniere!
Das Unterrichtsangebot ist ganz auf die Entwicklung des Schülers/ der Schülerin ausgerichtet und unterscheidet sich dadurch vom professionellen Theater. Vorrangige Ausdrucksmittel sind der eigene Körper und die Stimme. Im Mittelpunkt steht die praktische Erprobung theatraler Möglichkeiten.
Darstellendes Spiel ist nicht zu verwechseln mit einer Theater-AG. Es ist als Fach - wie jedes andere - fest in den Stundenplan eingebunden, es werden Arbeiten geschrieben, es gibt auch Noten. Doch was in erster Linie zählt, ist das praktische Arbeiten, im Mittelpunkt steht die Projektarbeit. Schon nach wenigen Wochen bemerkt man, dass die Kursteilnehmer lauter und deutlicher sprechen, sich körperbewusster bewegen, insgesamt selbstsicherer auftreten.
Eine Präsentation des Projektes ist fester Bestandteil des Unterrichts. Die Abschlusspräsentation des ersten Kurses in DS überhaupt (22 Spieler aus der Klassenstufe 10) fand am 8. Juli 2009 statt, und zwar wurde die Komödie "Lysistrata" von Aristophanes aufgeführt.
In der Komödie (411 v. Chr.) geht es darum, dass die Frauen Athens und Spartas der ständigen Kriege, die ihre Männer führen, überdrüssig sind. Sie beschließen deshalb, sich ihren Männern zu verweigern, bis diese Frieden schließen. Nach einigen Verwicklungen führt der Liebesentzug tatsächlich zum Erfolg.
Wie oft während der Proben sind die Spieler auf Grund der viel zu knappen Zeit fast verzweifelt, wie oft waren sie nahe daran, aufzugeben, da ihnen viel abverlangt wurde. Kostüme, Bühnenbild, Beleuchtung, Organisation der Aufführung- all das ist laut Lehrplan zu bewältigen. Spätestens jetzt wird der Kurs - auch das ein erklärtes Lernziel- zu einer eingeschworenen Gemeinschaft.
Und nichts gleicht dem Gefühl, das sich in dem Augenblick einstellt, in dem die Vorstellung endlich beginnt, das Stückwerk sich zu einem Ganzen fügt und die viele Arbeit durch den Applaus des Publikums belohnt wird!!
Darstellendes Spiel ist ein Fach mit vielen Facetten- und ständig neuen Herausforderungen.
Ulrike Niederländer