Einen großen Erfolg landete das Saarbrücker Ludwigsgymnasium bei der diesjährigen Antragsrunde des Comenius-Programms, in dessen Rahmen EU-Fördermittel an die verschiedensten Bildungseinrichtungen vergeben werden. Gemeinsam mit der spanischen Partnerschule IES Padre Manjón de Granada in Andalusien hatte man ein umfangreiches Konzept für ein Projekt zur Integration von Schüler/innen mit Migrationshintergrund im deutschen und im spanischen Schulsystem eingereicht. Das Konzept wurde nun sowohl von spanischer Seite als auch seitens des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) in Bonn akzeptiert, was sowohl in Saarbrücken als auch in Granada große Freude auslöste. Denn mit der Genehmigung des Projekts ist eine Förderung in Höhe von € 20.000,- verbunden, deren Verwendung allerdings an strenge Richtlinien und Vorgaben gebunden ist.
An beiden Schulen gibt es eine beachtliche Anzahl (mit zunehmender Tendenz) von Schülerinnen und Schülern, deren soziokultureller Hintergrund sich deutlich von dem der „heimischen“ Schülerpopulation unterscheidet. Das gilt in der Großstadt Granada vor allem für die gitanos (Zigeuner) sowie für die Zuwanderer aus Ländern des Maghreb und aus Lateinamerika.
In Saarbrücken gibt es viele Familien mit deutsch-russischem Hintergrund und zahlreiche Zuwanderer aus islamischen Ländern (vor allem Türkei). Außerdem werden einzelne Schülerinnen und Schüler aus den verschiedensten Ländern der Welt integriert, was vor allem mit der nahegelegenen Universität zu tun hat. Daraus ergeben sich nicht nur die bereits erwähnten soziokulturellen sondern auch religiöse Fragestellungen, deren Behandlung eine intensive Beschäftigung mit der Gesamtthematik voraussetzt. Die sprachliche, gesellschaftliche und kulturelle Integration dieser Schüler/innen ist die Voraussetzung für ihren schulischen Erfolg und das friedliche Zusammenleben der Schulgemeinschaft. Im Rahmen des geplanten Fremdsprachenprojektes sollen die Beteiligten zunächst für die Problematik an sich sensibilisiert werden und Verständnis für die besondere Situation dieser Mitschüler/innen gewinnen. Andererseits soll bei den Schüler/innen mit Migrationshintergrund und ihren Familien das Bewusstsein dafür gestärkt werden, dass die Bereitschaft zur Integration eine unerlässliche Voraussetzung für ein friedliches Miteinander ist.
in wichtiger und interessanter Aspekt wird es sein, Unterschiede und Gemeinsamkeiten beim Umgang mit der beschriebenen Problematik in Saarbrücken und in Granada herauszufinden. Toleranz und Respekt gegenüber unterschiedlichen Lebensformen und Weltanschauungen sollen als wichtige Voraussetzungen für ein gelungenes Leben in einer pluralistischen Gesellschaft erfahrbar gemacht und im Rahmen der gemeinsamen Arbeit praktiziert werden.